Instrumente

Ein Orchester ohne Instrumente ist so wie ein Fußballverein ohne Fußbälle und Tore. Beides funktioniert nicht und macht keinen Spaß. Hier finden Sie also Sachinformationen zu den in unserem Orchester vorhandenen Instrumenten.

Trompete in B
Trompete
Wenn heute von der Trompete gesprochen wird, so versteht man darunter die in B stehende, dreiventilige lang gestreckte Trompete. Sie wird spiel- und grifftechnisch genauso behandelt wie das Flügelhorn. Durch die enge Mensur hat sie jedoch eine wesentlich andere Klangfarbe als dieses. Der Ton der Trompete ist festlich und glänzend und von einer geradezu stählernen Härte, während der Ton des Flügelhornes dagegen weich und profiliert ist. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn die Komponisten wichtige Partien der Trompete übertragen, deren Aufgabe es ist "zu künden und zu offenbaren, nicht aber wie gewöhnliche Sterbliche zu reden oder zu singen". In den Blaskapellen wird die Trompete meist dreistimmig besetzt, häufig werden die Stimmen doppelt besetzt, damit sich die Bläser bei größeren Werken ablösen können. Beim Arrangieren muss darauf geachtet werden, dass man Trompeten besser mit Posaunen koppelt (enge Mensur), Flügelhörner dagegen mit Tenorhörnern und Bariton. Das Mundstück des Flügelhornes ist mehr trichterförmig (V-Form), das der Trompete mehr kesselförmig (C-Form). Die hohen Trompeter verwenden vorteilhafter ein Mundstück mit niedrigem Kessel und enger Bohrung; dadurch sprechen sehr hohe Töne leichter an. Für tiefe Trompeter ist ein Mundstück mit tiefem Kessel und weiter Bohrung vorteilhafter. Dieses sollte man bei Blasmusikkompositionen oder Arrangements berücksichtigen, weil tiefe Töne auf einem zu engen Mundstück matt und flach klingen.

 

Flügelhorn in B
Fluegelhorn
Das Flügelhorn ist - neben dem Holzsatz das melodieführende Instrument des Blasorchesters. Sein Ton ist weich (weite Mensur) und warm, dagegen fehlt ihm der schmetternde Ton der Trompete. Es spricht leicht an und eignet sich daher gut für die Ausführung von schnellen Figuren. Es wird meist zweistimmig besetzt, wobei beide Stimmen meistens Zwei- und dreifach vertreten sind. Die höchsten Töne a``,h`` und c``` sollte man nicht zu oft verlangen, da auch die besten Bläser keinen so ausdauernden Ansatz haben. Die unter dem c` liegenden Töne klingen nicht mehr besonders gut, diese Lage besetzt man besser mit dem Tenorhorn oder dem Althorn.

Tenorhon in B (Baßflügelhorn)
Tenorhorn
Das Tenorhorn ist traditionsgemäß dreistimmig besetzt. Das erste Tenorhorn ist dabei melodieführend. Es kann mit dem ersten Flügelhorn oktaviert werden. Es entspricht etwa (wie das Bariton) der Stellung eines Violoncellos in einem Streichorchester. Das Tenorhorn ist doppelt so lang wie das Flügelhorn und klingt eine Oktave tiefer. Sein Ton ist sehr weich und modulationsfähig und spricht bis in die höchsten Lagen sehr leicht an. Daher werden die Nebenmelodien vorzugsweise dem ersten Tenorhorn übertragen, während das zweite und dritte Tenorhorn wie die Es-Hörner als Begleit- und Füllinstrumente behandelt werden. In neueren Kompositionen findet man auch etwas anspruchsvollere Stimmen, wenngleich deren Verwendung wieder rückläufig ist.

Bariton in B (Tenortuba)
Bariton
Das Bariton hat eine noch weitere Mensur als das Tenorhorn, weshalb es auch noch weicher klingt. Es steht in B und wird in Deutschland am Bassschlüssel notiert, allerdings wie ein C-Instrument, also nicht transponierend. Dagegen wird es in der Schweiz wie das Tenorhorn bei uns behandelt, also in B notiert (transponierend). Dem Bariton fallen die verschiedensten Aufgaben zu. Teils beteiligt es sich am melodischen Geschehen (ähnlich dem erstenTenorhorn), teils aber auch am harmonisch-rhythmischen, wobei man ihm gerne Vor- und Nachschläge gibt.

Tuba in B (B-Baß oder Baß 2)
Tuba
Das Wort Baß kommt von Basis Fundament, Grundlage. Die B-Tuba ist das tiefste Instrument des Blasorchesters. Sie wird als nichttransponierend, also in C notiert. Entstanden ist die Tuba im Jahre 1835 durch Karl Wieprecht. Für die B-Tuba gilt dasselbe, was über die Es-Tuba gesagt ist. Erwähnt sei noch für vierventilige Bässe, dass das vierte Ventil dieselbe Funktion hat wie das Ventil eins und drei zusammen.

Zugposaune
Posaune
Die Zugposaune ist das älteste Blechblasinstrument, auf dem die gesamte chromatische Skala gespielt werden kann. Sie ist seit dem 15.Jahrhundert bekannt und hat ihre Form nur ganz wenig verändert. In früheren Jahrhunderten wurde sie Familienweise gebaut (Diskant-,Alt.,Tenor-, und Baßposaune). Erhalten blieb davon bis zum heutigen Tage nur noch die Tenorposaune in B. Sie wird in Deutschland als nicht transponierendes Instrument behandelt, also in C notiert. Ihr festlich-feierlicher Ton gibt der Blaskapelle gewissermaßen das "Pedal". In der Regel werden die Posaunen dreistimmig besetzt, die teils am Melodiegeschehen beteiligt sind, zumeist aber füllend und verstärkend eingesetzt sind. Posaunen werden am vorteilhaftesten mit Trompeten gekoppelt, da beide engmensuniert sind. Die Posaune lässt als einziges Blasinstrument ein Glissando zu. In Deutschland wird für die Posaune im Allgemeinen im Bassschlüssel geschrieben, während die Schweizer Posaunisten im Violinschlüssel und B-Stimmung spielen (also transponierend wie bei den Hörnern), in den Benelux-Ländern im Bassschlüssel, aber in B Stimmung. Bei vielen großen Musikverlagen werden neben den der herkömmlichen deutschen Schreibweise auch so genannte "Schweizer Stimmen" oder Stimmen in "Schweizer Handschrift" angeboten, die die Posaunen also im Violinschlüssel in B-Stimmung wiedergeben. Pedaltöne nennt man bei der Posaune die Töne, die unter dem eigentlichen Kontra-B noch spielbar sind, aber einen sehr geübten Bläser verlangen.

Die Querflöte
Floete
Sie heißt so, weil sie quer vor dem Körper gehalten wird. Meist wird sie, beispielsweise in der Partitur, abgekürzt als Flöte bezeichnet. Sie ist ein außerordentlich bewegliches Instrument; Läufe und Figuren, Sprünge, Triller, Legato und Staccato gelingen gleich gut. Besondere Wirkung erzielen die Doppelzunge und die Flatterzunge (schnelles Vor und Zurück der Zunge wie bei „de ke de ke“ und Flatter der Vorderzunge wie beim rollenden „dr“). Der Klang ist in der Mittellage rund und sanft, in der Höhe hell und zum Teil scharf, in der Tiefe verhaucht. Im Mittelalter war sie als „Schweizer Pfeife“ ein Söldnerinstrument und wurde zusammen mit der kleinen Trommel gespielt. Zur Zeit Friedrichs II., der selbst ein guter Flötist war und komponierte, stieg die Flöte zum Modeinstrument des Adels auf. Die Pikkoloflöte, kurz Pikkolo, ist halb so groß wie die Flöte und sie wird wie diese gespielt. Ihr Klang ist sehr hell, oben sehr scharf und schrill. Sie schneidet sozusagen „wie ein Messer“ durch den Klang des Orchesters. Ihr durchdringender Klang wird auch in der Blas (Militär-) Musik verwendet.

Die Klarinette
Klarinette
Die Klarinette ist im Bau kräftiger als die Oboe. Die Baßklarinette ähnelt im Bau dem Saxophon. Besonders bei diesem Instrument fällt auf, wie die verschiedenen Stimmungen den Klang verändern. Klarinette in A: sanft, weich; in B: warm; in Es: leicht etwas grell. Die Baßklarinette klingt klar und rund. Jedenfalls ist die Klarinette reich an Obertönen, an Klangfarben und dynamischen Abstufungen. Sie ist beweglich und gleich gut einzusetzen für Melodielinien wie für Arpeggien, Läufe und Triller. Die Klarinette ist aus dem ersten Jahrzehnten des Jazz nicht wegzudenken. Ihre Beweglichkeit eignete sich für schnelle Tonketten und geläufige Improvisationen. In der Militärmusik ist sie führendes Melodieinstrument. Bäuerliche Tanzmusik bevorzugte die höheren Klarinetten.

Das Saxophon
Saxophon
Es ist wohl das einzige Instrument, das in Europa erfunden und zuerst gebaut wurde. Der Name stammt von dem Instrumentenbauer Adolphe Sax (1844). Das Saxophon ist ein sehr wendiges Instrument mit warmem, ausdrucksvollem Ton, zwar kräftig, aber trotzdem eher ein Piano-Instrument. Wirkliche Bedeutung erlangte das Saxophon zunächst im amerikanischen Jazz, über den es wieder zu uns zurück kam. Dabei stellte sich heraus, dass der Klang weich aber durchaus auch grell und verzerrt sein kann.

Die Kleine und die Große Trommel
Trommel1Trommel klein
Bei der Großen und der Kleinen Trommel sind über Holz- oder Metallstreifen beidseitig Felle gespannt. Die Große Trommel ist türkischen Ursprungs, das Fell steht vertikal; sie wird mit einem Schlegel von der Seite geschlagen. Ihr Klang ist ziemlich dumpf, tief, freundlich und verbindet sich gut mit anderen Instrumenten. Das horizontale Fell der Kleinen Trommel wird mit zwei Holzschlegeln geschlagen (auch mit Stahlbesen). Über das untere Fell laufen zwei Schnarrsaiten (Darm mit Metall umsponnen). Der Klang ist hart und scharf.

Die Kessel Pauken


Pauken
Material: Kalbs- oder Eselfell, Metallkessel (Kupfer). Über einen Kessel ist mit einem Reifen ein Fell gezogen. Es wurde früher mit einigen Schrauben gespannt. Heute wirkt ein Hebel oder ein Pedal auf den gesamten Reifen (Maschinenpauke). Die Schlegel haben Köpfe aus Filz, Leder Schwamm, Gummi. Das Naturfell reagiert äußerst empfindlich auf Temperaturschwankungen und Luftfeuchtigkeit; heute werden deshalb auch Kunststoffelle verwendet. Die Pauken sind stimmbar. Die Tonhöhe kann erkannt werden, doch wirkt der klang andererseits wieder unbestimmt, geräuschhaltig und dumpf. Der Klang ändert sich nach der Wahl der Schlegel und der Anschlagstelle. Es wird meist auf zwei Pauken gespielt (Tonika und Dominante). Unter einem Wirbel versteht man sehr schnelles, wirbelndes Nacheinander der Schläge. Die Pedalpauke ermöglicht ein Glissando. Die Kesselpauke wurde durch den Islam verbreitet. Dabei wurden die großen Pauken, samt Reiter, von Pferden und Kamelen getragen. So übernahm sie die europäische Kavallerie. Im 17.Jahrhundert kamen sie in das Orchester. Schon vorher bildeten sie zusammen mit den Trompeten das „königliche“ Instrumentarium.

Schlaginstrumente Die Schlagínstrumente unterscheidet man nach zwei verschiedenen Kriterien: a) Nach dem Material für die Tonerzeugung, durch welches sie zum Klingen gebracht werden:

aa) Fellinstrumente oder Membranophone (z.B. Conga, Trommel, Pauke) ab) Idiophone(Selbstklinger). Hierzu gehören alle Metallinstrumente z.B. Becken, Glockenspiel  und Triangel, als Holzinstrumente Holzblock, Kastagnetten und Xylophon. b) Instrumente mit bestimmter und unbestimmter Tonhöhe

ba) Instrumente mit bestimmter Tonhöhe sind z.B. Glockenspiel, Kesselpauken und Xylophon bb) Instrumente mit unbestimmter Tonhöhe sind z.B. Becken, große Trommel und Rührtrommel. Natürlich ist das Reservoir der Schlag- und Effektinstrumente sehr viel größer als die hier beispielhaft aufgeführten. Auf der gesamten Welt werden zurzeit mehr als 2000 verschiedene Rhythmus, Effekt- und Schlaginstrumente benutzt.

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